Erfolgreicher 1. Solidaritätslauf in Frankenthal am 23.08.2008

Ein Bericht von Elmar Steingruber

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Der Tag ist vorbei. Nach Ende des Schlussgottesdienstes wird in der einbrechenden Dämmerung abgebaut, Tische und Bänke, Altar, Bühne, die Musikutensilien, das Verpflegungszelt der Malteser, die Hilfsmittel am Start zum Lauf im Stadion: Tische, Stühle, Schreibgerät, Formulare, Wasserflaschen für die Läufer. Es wird ruhig, und ich gehe nach meinem Einsatz im Stadion nach Hause. Für zweimal drei Stunden hatte ich mich zum Führen der Startlisten und Verbuchen der Einnahmen verpflichtet, am Schluss waren über neun Stunden aktiver Mitarbeit, von 7 bis 19 Uhr, mit nur wenigen kurzen Pausen. Aber des Tag des Solidaritätslaufs war ein berauschendes Erlebnis mit einzigartigen Eindrücken für mich, der ich von Anfang bis Ende dabei war; nur wenige Läufer gingen an den Start, ohne dass ich sie gesehen oder mit ihnen gesprochen hätte.

Es fing langsam an am Morgen, als wir um 6:30 Uhr bei 13 Grad unsere Tische und Unterlagen aufbauten: Startkarten, Läufer- und Spenderlisten, Urkunden, Startnummern zum Anheften, Zählkärtchen mit den Startnummern zum Rundenzählen, Getränke für die Läufer, Schreibzeug. Es war kühl, und eine gute Seele holte Sitzkissen aus dem Auto, als sie uns auf den kalten Holzsitzen frieren sah. Die ersten Läufer kamen schon kurz nach 7 Uhr; es waren laufgewohnte Sportler, die sich ohne viel Aufhebens an ihre 10 oder 20 Runden machten. Meine größte Sorge seit Monaten war: wie viele werden kommen, wie viele werden nur teilnehmen und laufen, und wie viele werden neben ihren Stargeld von 3,-- oder 5,-- Euro auch Geld spenden für Pfarrer Leo oder Spendenzusagen von Sponsoren mitbringen. All das war für uns bis zu diesem Morgen ziemlich unsicher, trotz der 10.000 Werbe- und Info-Faltblätter mit 80 kg Gewicht, die wir drucken lassen und verteilt hatten: an 200 Frankenthaler Geschäftsleute und Firmen, an 14 Schulen, an 62 Sportvereine und 18 Kirchen und Pfarreien in Frankenthal und Umgebung. Es gab wenig konkrete Rückmeldungen, und wir waren voller Hoffen und Bangen. Wir -  das war ein Vorbereitungsteam für den Solidaritätslauf, etwa 20 Mitglieder mit einem engeren Kreis um Pfarrer Karlheinz Bumb, das seit September 2007 den Solidaritätslauf für Pfarrer Leo geplant und sich seitdem viele Male getroffen und Details für das Projekt ausgearbeitet und erledigt hat. Wir hatten eine effektive Aufgabenverteilung festgelegt, die sich bis zum Tag des Laufs bewährt hat. Ich selber hatte die Erstellung eines Werbefaltblatts und die Werbung und Pressekontakte übernommen; das Faltblatt wurde schließlich abgesegnet, ging in Druck und wurde verteilt. Die Schirmherrschaft über den Solidaritätslauf hatte Oberbürgermeister Wieder übernommen; bei einem Gespräch, zu dem er im Juli die Lokalpresse geladen hatte, konnten wir unser Projekt vorstellen, was dann zu ersten Artikeln in „Rheinpfalz" und „Wochenblatt" führte. Aber wie viele Leser würden sich am 23. August noch daran erinnern und wirklich am Lauf teilnehmen? Wir waren in Sorge und hatten um 8 Uhr nach einer Stunde Lauf erst neun Läufer registriert, die aber zusammen schon 150 Euro an Spenden dazulegten.

Immerhin war es nur ein Teil der Läufer, der nur sein Stargeld zahlte und dann an den Lauf ging. Eine große Anzahl rundete ihr Startgeld auf 10 Euro auf oder spendete zusätzlich 10, 20, ja 100 und mehr Euro. Das ließ uns hoffen, dass der Tag zu einem Erfolg würde. Wir - das war zunächst die Mannschaft bei am Start: Startkartenausgabe, Kasse, Führen der Läuferliste, Schreiben der Urkunden, Rundenzähler; für vier Schichten von je drei Stunden waren jeweils sechs Personen eingeteilt, und es waren auch immer genug da und haben Ablösung angeboten, wenn jemand eine Pause brauchte. Ab 8 Uhr und im Verlauf des Vormittags wurde die Teilnahme immer reger. Gegen Mittag gab es sogar Warteschlangen an der Startkartenausgabe. Der Tag wurde immer deutlicher zu einem Erfolg für uns; wir schätzten schließlich eine Teilnehmerzahl von etwa 250 Läufern bis zum Abend.

Es nahmen auch Personen des öffentlichen Lebens teil, u.a. Oberbürgermeister Theo Wieder mit Familie, Abgeordneter Christian Baldauf mit Familie, die Miss Strohhut, die Geistlichkeit, vertreten durch Pfarrer Bumb, Kaplan Hook, evangelische Pfarrer der Umgebung und viele mehr. Überrascht hat uns das Erscheinen zweier Vertreter aus der Pfarrei St Pirmin/St. Michael in St. Ingbert, die dort schon seit zwei Jahren Solidaritätsläufe veranstalten. Von ihrem Pfarrer Andreas Keller, der vor Jahren einmal Kaplan bei Pfarrer Bumb war, war die Idee zu einer solchen Veranstaltung zu uns gekommen. Die beiden St. Ingberter liefen dann beachtliche 40 bzw., 90 Runden in unserem Stadion (16 bzw. 36 km), der eine mit zwei Stöcken im Gehen, da er gesundheitlich behindert war. Aber es gab andere herrliche Eindrücke für mich als stundenlangen Beobachter. Besonders beeindruckt hat mich die Gruppe von 10 Schülern der Grundschule Neumayerschule mit ihren Lehrern, die bei Sponsoren einen Betrag von sage und schreibe 581 Euro gesammelt hatten und zu ihrem Lauf spendeten; sie liefen dann gemeinsam 10 Runden, was einigen sichtlich schwer fiel.

Oder die Messdienergemeinschaft Heilig Kreuz Beindersheim, die gemeinsam Spendengelder aufgebracht hatte und mit sechs Teilnehmern startete und spendete. Oder eine Schar kleiner Fußballer, die auf einem Platz des VfR trainiert hatten, dann mit ihrer Trainerin gemeinsam einige Runden bei uns liefen und zuletzt ihr Taschengeld in unsere Spendenboxen entleerten. Ich freue mich auch über meine Enkelkinder Timo und Charlotte, drei und sechs Jahre alt, die mit ihrem Vater Wolfgang aus Mußbach zu uns kamen, Startnummern erhielten und sich in den Lauf stürzten. Ich selber musste natürlich eine Runde mitlaufen, aber die beiden Kleinen rannten mit nur winzigen Pausen vier Runden im Stadion, das sind 1600 m. Als Opa durfte dann für sie meine Spende abgeben. Die Kinder haben aber auch das Angebot für die Kleinen genossen: die Hüpfburg, das Kasperltheater, die Drehorgel und nicht zuletzt den Bratwurststand der Malteser.

Und ich erinnere mich an die zwei jungen Damen in Malteseruniform, denen ein Sponsor pro Runde einen Euro zugesagt hatte. Sie liefen beide je 30 Runden, so dass der überraschte Sponsor 60 Euro berappen musste - er war auch ein Malteser. Auf keinen Fall vergesse ich eine Familie, die erst gegen Ende des Laufs kam: er im dunklen Anzug, die junge Mutter in elegantem Kleid und Pumps mit hohen Absätzen, der zwölfjährige Junge in Sportkleidung. Mutter und Sohn waren dunkelhäutig, sprachen englisch und kamen aus Arizona. Der Junge sollte eine Runde laufen, wollte aber nicht. Schließlich gelang es der Mutter, ihn zu überreden, und er begann zu laufen. Während des Lauf fand er offenbar Gefallen daran und lief gleich eine zweite und dritte Runde. Da holte sich der Vater im Anzug eine Startkarte und lief im gemächlichen Tempo auch eine Runde. Die elegante Mutter wollte dann ebenfalls nicht mehr zuschauen, holte sich eine Startkarte und ging an den Start. Schließlich absolvierte die ganze Familie gemeinsam noch eine Runde auf der Rennbahn.

Während die meisten Teilnehmer  fünf bis zehn Runden liefen, eine ganz schöne Strecke von zwei bis vier Kilometern, beeindruckten natürlich am meisten die Läufer, die unentwegt ihre Runden zogen, scheinbar ohne zu ermüden. Bis zum Mittag war die höchste Rundenzahl eines Läufers 53, das sind über 21 km, er war um 9:25 Uhr schon fast zwei Stunden lang gelaufen. Am Nachmittag lief er nochmals zum Ausgleich 28 Runden. Am späten Nachmittag beendeten die absoluten Asse ihren Lauf mit 100 bzw. 125 Runden, das sind 40 bzw. 50 Kilometer. Es waren die Meyer-Runners aus Frankenthal. Ich konnte ihnen nur meine Anerkennung zollen und sie bewundern. Aber ich habe bei der Übergabe der Urkunden, die jeder Laufteilnehmer erhielt, auch allen denen meinen Respekt ausgesprochen, die 10 Runden oder mehr gelaufen waren. Und manche haben das sichtlich genossen: „Meinen Respekt!" „Oh danke für das Kompliment!" Viele gaben zu: „Es war so gut, ich bin seit 10 Jahren nicht mehr gelaufen", oder „das war mein erster Lauf seit Jahren". Es gab auch Teilnehmer im hohen Alter, bewegliche, agile und schnelle, und auch solche, die steif und schwer beweglich waren, aber trotzdem gemächlich ihre fünf oder zehn Runden beendeten.

Als der Lauf am Abend zu Ende ging, war im Rückblick die größte Überraschung und Freude für mich die unerwartete Spendenfreudigkeit der Teilnehmer, ja auch derer, die gekommen waren, um nicht mitzulaufen, sondern nur um zu spenden, und das waren nicht wenige. Es gab Läufer vom Vormittag, die am Nachmittag zurückkamen und nachträglich eingesammelte Spenden und Sponsorengelder überbrachten, und andere verpflichteten sich, Spenden im Pfarrbüro St. Ludwig nachzureichen. Damit schien sich abzuzeichnen, dass unser lange vorbereiteter Solidaritätslauf den gewünschten Erfolg erreichen würde, nämlich Hilfe für Pfarrer Leo Ekadjoue in Kamerun, dem wir die Mittel für ein gebrauchtes Auto, eine Medikamentenstation und den Bau eines Trinkwasserbrunnens spenden wollen.

Leider ist sein Plan und unser Wunsch, uns zu besuchen und selbst an diesem Lauf teilzunehmen, durch Behördenbürokratie zerschlagen worden. Ein Sponsor hatte ihm schon vor Wochen Flugticket und Versicherung bezahlt, ihn eingeladen und für seine Unterbringung garantiert. Wegen einer Diskrepanz in der Schreibweise seines Namens auf verschiedenen Dokumenten hat ihm in letzter Minute das deutsche Konsulat in Kamerun das Einreisevisum nach Deutschland verweigert. Wir sind bestürzt und werden dagegen protestieren. Auf jeden Fall wollen wir umgehend dafür sorgen, dass an Pfarrer Leo der Erlös unserer Solidaritätslaufs schnellstmöglich überwiesen wird, damit er seine dringendsten Projekte in Angriff nehmen kann. Wir wollen mit ihm Kontakt halten und von ihm erfahren, was er mit unserer Spende erreichen kann. Zu gerne hätte ich mich mit ihm selbst unterhalten und persönlich mehr über ihn und seine Pfarrgemeinde in Kamerun in Erfahrung gebracht, nachdem selbst der Zugang zu e-Mail für ihn schwierig, umständlich und von der Stromversorgung abhängig ist. Wir sollten in Erfahrung bringen, ob wir ihm auch mit anderen Mitteln helfen können, Sachspenden, Medikamenten, Pumpen oder anderem. Wir hoffen auf einen persönlichen Kontakt, sobald er neue Dokumente erhalten hat und von Neuem eine Reise zu uns planen kann.

Der Gottesdienst zum Abschluss unseres ersten Solidaritätslaufs hat mich froh und dankbar gestimmt, dass wir das Wagnis eingegangen sind, ein derartiges Hilfsprojekt zu planen und durchzuführen, vor allem aber, dass so viele Aktive und Helfer zum reibungslosen Ablauf beigetragen und dadurch für die Teilnehmer ein ideales Klima für das Laufen und Spenden geschaffen haben. Ich danke Gott, das er unsere Herzen für diese gute Sache bewegt hat. Wir werden es sicher ein zweites Mal versuchen.

Eine erste Zählung am Tag nach dem Lauf ergab beachtliche eine Summe von Einnahmen: Startgelder rund 1000 €, Spenden am Start 4139 €, Spenden in Spendenbox im Stadion 331 €, Verkaufserlös für über 60 gespendete Kuchen 750 €, Bücherflohmarkt und Blumenverkauf 171 €, Kollekte 500 €, im Pfarrbüro und auf das Spendenkonto eingezahlte Spenden 5025 €, das sind zusammen rund 12.000 €. Weitere Spenden und Sponsorengelder sind noch zu erwarten.

Unsere Anstrengung hat sich gelohnt. Dank an alle, die es ermöglicht haben!

Elmar Steingruber

 

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